Definition: Semantic Web

Als Semantic Web bezeichnen wir eine Erweiterung des World Wide Web, deren Ziel es ist, Informationen und Ressourcen maschinenlesbar, eindeutig interpretierbar und über System-, Organisations- und Domänengrenzen hinaus automatisch verarbeitbar zu machen.

Im Gegensatz zum klassischen Web, das primär auf die Darstellung von Informationen für Menschen ausgerichtet ist, erlaubt das Semantic Web die formale Beschreibung der Bedeutung (Semantik) von Daten.

Grundlage des Semantic Web ist ein aufeinander aufbauender Technologie-Stack, der standardisierte Sprachen und Mechanismen zur Identifikation, Beschreibung, Verknüpfung, Abfrage und Ableitung von Wissen bereitstellt.

Zentrale Ebenen des Semantic-Web-Stacks sind:

  • Identifiers & Character Set
    • URI / IRI: eindeutige, globale Identifikation von Ressourcen
    • Unicode: einheitliche, sprachenunabhängige Zeichenkodierung
  • Syntax
    • XML: syntaktische Grundlage zur strukturierten Repräsentation von Daten
  • Data Interchange
    • RDF: formales Datenmodell zur Beschreibung von Wissen in Form von Tripeln (Subjekt-Prädikat-Objekt)
  • Taxonomy, Ontology, Rules & Querying
    • RDFS: Definition von Taxonomien, Klassenhierarchien und einfachen semantischen Beziehungen
    • OWL: formale Beschreibung von Ontologien mit reichhaltiger Semantik
    • SPARQL: Abfragesprache für RDF-Daten
    • RIF / SWRL: Regelsprachen zur expliziten Wissensableitung
  • Logic, Proof & Trust
    • Logic/Reasoning: automatische Schlussfolgerung auf Basis formaler Logik
    • Proof: Nachvollziehbarkeit von Ableitungen
    • Trust: Bewertung der Vertrauenswürdigkeit von Datenquellen und Aussagen

Anmerkung

Einordnung von Logic, Proof & Trust

Die Ebenen Logic, Proof und Trust unterscheiden sich grundlegend von den darunterliegenden Schichten. Sie stellen keine klar standardisierten Technologien, sondern konzeptionelle Zielschichten des Semantic Web dar.